Muskelaufbau mit GABA

Muskelaufbau mit GABA

Im Kraftsport und Bodybuilding fällt sehr häufig der Begriff GABA. Doch nur wenige Sportler wissen, was dahinter steckt und wie GABA eigentlich wirkt. Dabei steht GABA für Gamma Amino Butyric Acid, was übersetzt auf Deutsch heißt: Gamma Amino Butter Säure.

Es handelt sich hierbei um ein biogenes Amin der Glutaminsäure, wobei die Glutaminsäure bekanntermaßen eine nicht-essentielle Aminosäure darstellt und im Kraftsport kaum wegzudenken ist. Ebenso dürften jedem Kraftsportler weitere Aminosäuren, wie zum Beispiel L-Arginin oder die bekannten BCAAs, die aus L-Valine, L-Isoleucine und L-Leucine bestehen, bekannt sein. Werden verschiedene Aminosäuren kombiniert, ergibt dies ein Protein. Je nach Kombination kann das beispielsweise Whey-Protein sein. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass Proteine die Bausteine des Eiweißes sind und die zum Muskelaufbau benötigt werden.

Das sogenannte biogene oder primäre Amin ist die Vorstufe von Hormonen und kann eine physiologische Wirkung erzeugen, wie zum Beispiel als Neurotransmitter wie GABA. Dabei ist GABA einer der wichtigsten Neurotransmitter im zentralen Nervensystem und übt hier eine hemmende Wirkung aus. Es handelt sich hier um eine nicht-proteinogene Aminosäure, das heißt, sie kommt nicht in Proteinen vor. Hingegen werden zum Beispiel Aminosäuren wie Arginin oder Taurin als proteinogene Aminsäuren bezeichnet.

Wirkung von GABA

Im Kraftsport und Bodybuilding ist GABA ein bekanntes Nahrungsergänzungsmittel. Aber auch medizinisch gesehen ist GABA sehr interessant, da es in Verbindung mit Diabetes gebracht wird. Dabei wird GABA in der Bauchspeicheldrüse mittels bestimmten Enzymen produziert. Häufig wurde bei Diabetikern festgestellt, dass diese einen Mangel an GABA aufweisen, was zu einer erhöhten Glucagonbildung führt.

Wie zuvor erwähnt, ist GABA ein Neurotransmitter. Dies sind Stoffe, die Botschaften von einer Nervenzelle (Synapse) zu anderen übertragen. Liegen zwei Nervenzellen nah beieinander, können Neurotransmitter Reize bzw. Botschaften übertragen. Dabei sorgt der Reiz an einer Nervenzelle dafür, dass ein Neurotransmitter am Ende der Zelle „ausgestoßen“ wird. Sozusagen verbindet der Neurotransmitter beide Nervenzellen miteinander, wobei ein Neurotransmitter lediglich in eine Richtung wirkt und nicht zurückgeschickt werden kann. Somit können also unterschiedliche Botschaften von Nervenzelle zu Nervenzelle übertragen werden.

GABA wird eine beruhigende und hemmende Wirkung auf die Nervenzellen zugeschrieben, sodass die Reize bzw. Botschaften von einer Nervenzelle zu anderen langsamer oder auch gar nicht übertragen werden. Dabei wirkt GABA vor allem im Gehirn. Die muskelaufbauende Wirkung erhält GABA nur dadurch, dass es die sogenannte STH-Produktion steigern kann, indem die Hypophysenvorderlappen stimuliert werden. Hiermit steigt die Wachstumshormonproduktion, wobei Wachstumshormone neben Insulin und Testosteron das muskelaufbauendste Hormon ist. So kann es nicht nur das Körperfett verringern, sondern auch Muskeln wachsen lassen.

Neben diesem Effekt wurde in Studien auch festgestellt, dass GABA einen Einfluss auf den Schlafzyklus und die Schlafqualität haben kann. Diesen Studien zufolge schliefen die Probanden fester und tiefer, wobei aber auch lebendiger und intensiver geträumt wurde.

Nebenwirkungen von GABA

Durch die Zufuhr von GABA kann es zu einem Kribbeln im Gesicht kommen. Ebenso können leichte Änderungen des Herzschlages auftreten. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel nur von kurzer Dauer und können als harmlos bezeichnet werden. Wird GABA allerdings in zu hohen Dosen eingenommen, können Angstzustände und Schlaflosigkeit auftreten.

Vorsicht ist vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln, da GABA das Suchtpotential erhöhen kann. Vor der Einnahme sollte hier in jedem Fall ein Arzt um Rat gefragt werden.

Fazit

Der Effekt von GABA kann individuell unterschiedlich ausfallen. Eine positive Wirkung kann bereits nach zwei Wochen auftreten, wobei in der Regel die volle Auswirkung nach sechs bis acht Wochen auftreten kann. Dabei kann GABA einige Vorteile für Kraftsportler beinhalten, die sich auch auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken können. Jedoch ist es mit GABA so, wie bei allen anderen Nahrungsergänzungsmitteln auch, dass diese kein Training oder eine gesunde Ernährung ersetzen können.

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